Man sollte es zuweilen genau nehmen….

Ich hab wieder was gefunden, über das ich berichten möchte. Lang genug hat es gedauert.

Wie der geneigte Leser meiner Blogeinträge weiß, hab ich dank Anja Kersten ja "Der Weg des Künstlers" gelesen und durchgearbeitet. Ich schreibe heute noch meine Morgenseiten, inzwischen sind elf Notizbücher voll, vier Tintenfässer verbraucht und weitere Freunde mit dem Buch bedacht worden. Ist also etwas, das mich begleitet.

Ich persönlich habe mich entschieden eine "Übung" weiter durchzuziehen: Ich schreibe jeden Morgen nach den drei Seiten Selbstreflektion (oder Jammerei oder Berichterstattung oder Gefühlsorganisieren, je nachdem) zehnmal eine Affirmation, damit die sich mir einprägt.

Zwei Jahre lang habe ich folgenden Satz wiederholt: "Ich, Judith, bin kreativ." Ich habe vergeblich auf den gewünschten Effekt gewartet- endlich mein Programm zu Ende zu führen, endlich meine Songs zu schreiben, endlich das Buch, das in meinem Hirn existiert, in Einsen und Nullen zu verwandeln. Nix. Da war ich dann doch enttäuscht.

Bis mir vor kurzem auffiel, wie kreativ ich in den letzten zwei Jahren geworden bin: Ich bastle Premierengeschenke, die wirklich originell sind, meine Freunde werden mit immer neuen Backkreationen und Barbecuesoßen erfreut, ich stricke, häkle und nähe lauter hübsche Dinge (na ja, auf den ersten Blick sind sie toll) und ich habe eine Liste mit lauter Dingen geschrieben, die ich alle noch basteln werde und will.

Also bin ich kreativ, viel mehr als vor zwei Jahren. Nur nicht da, wi ich eigentlich den Hebel ansetzen wollte. Also habe ich mir gedacht- Schäfer, nutze dein Hirn und entwickle deine Affirmation weiter. Also schreibe ich nun "Ich, Judith, nutze meine Kreativität gezielt." Inzwischen sind acht Songs fertig, ich hab drei davon aufgenommen und finde sie echt gut, ich hab mein Programm weitergeführt (und nen Regisseur dafür gefunden, also mir sogar noch nen Tritt zusätzlich verpasst) und ich gehe professionell gesehen weitere Wege. Affirmationen wollen genau genommen werden, habe ich festgestellt.

Nebenher bastle und backe und stricke und häkle und koche ich trotzdem wie eine Bessessene weiter. Kann ja nix schaden.

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Das echte Leben

Eine Antwort zu “Man sollte es zuweilen genau nehmen….

  1. Huhu Judith!
    Wie schön, dich mal wieder zu lesen! 🙂
    Deinen Text finde ich wunderbar. Vor allem die Erkenntnis, dass du ja gar nicht so „untätig“ warst, wie du dich gefühlt hast. Es ist eben oft der Blickwinkel, der verändert werden muss. Und wenn es dann auch noch mit der veränderten Zielsetzung klappt, umso besser.
    LG aus Münster! Edda

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s