Tag Sechsundsiebzig – Atmen und Durchatmen

Ich hätte nicht gedacht, dass mich der Verlust so tief treffen wird. Nein, falsch ausgedrückt. Ich habe es einfach überhaupt nicht erahnen können, dass ich so dermaßen aus der Bahn geworfen werde. Ich war die letzten drei Wochen wirklich am Boden und auch heute ist kein "guter Tag", wie ich ihn gern hätte. Gedanken wie "das hätte er nicht gewollt, dass du dich aufgibst" oder ähnliche in dieser Form, die nicht gar so pathetisch sind, haben mir nicht so richtig geholfen. Ich weiß, dass das Leben weiter geht, aber ich empfinde seit einiger Zeit richtig große Angst vor dem Tod. Ich bin zwar eigentlich von einem großen Glauben ausgefüllt, aber der kommt mir zur Zeit immer öfter abhanden. Super Anfang für "Das Leben ist schön", was?!

Nun denn. Ich will nicht mehr so empfinden, ich will den dauernden Kloss in meinem Hals, den Druck in meinem Bauch, die Angst vor draußen nicht mehr haben. Etwas Schönes am Tag zu finden könnte mir bei der "Bewältigung" helfen, denke ich.

Ich sitze auf einem Stuhl, den ich von meiner Oma geerbt habe. Der Bezug ist seit einiger Zeit ziemlich verschlissen gewesen und die Katzen haben ihr Scherflein dazu beigetragen, dass die Löcher im Stoff immer größer geworden sind. Als ich meiner Mutter von meinem Vorhaben erzählt habe den Sitz selbst neu zu beziehen, hat sie mir den Stoff dazu geschenkt. Rote und gelbe Rosen. Romantisch- verspielt mit dennoch kräftigen Farben. Gestern haben wir das Vorhaben in die Tat umgesetzt und ich habe einen wunderschönen "neuen" Schreibtischstuhl. Wenn ich ihn ansehe, erfreut mich das.

Jetzt, wo ich das geschrieben habe, atme ich tatsächlich etwas freier. Ich weiß nicht, ob mein Unterbewusstsein sich von mir übers Ohr hauen lässt, aber ich hoffe es.

 

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Das Leben ist schön!

Eine Antwort zu “Tag Sechsundsiebzig – Atmen und Durchatmen

  1. Nadine

    Vor einer Weile hab ich zufällig diesen Blog von Dir gefunden und hab in unregelmäßigen Abständen immer mal gelesen, was Du Schönes erlebt hast – hab ja auch mal zum „Applaus“ etwas gesagt. Irgendwie komm ich mir blöd vor, diese Traurigkeit von Dir zu lesen, ohne etwas dazuzusagen. Einige Zeit hab ich drüber nachgedacht, ob ich hier einen Kommentar an Dich schreibe, schließlich kennen wir uns quasi gar nicht – bis auf das eine Mal als ich Dir in der Küche vorgestellt wurde. Ich hab Dich natürlich schon öfter sehen können, als Zuschauerin… Inzwischen kann ich auch Deine Musik bewundern, denn ich habe Eure Cd zum Geburtstag geschenkt bekommen.
    Warum ich scheibe? Es tut mir sehr leid, was Du gerade erlebst, dass Du gerade solch einen Verlust erlebst und ich wünsche Dir, dass Du jeden Tag Schöne Dinge für Dich findest und wieder Hoffnung, Mut und vor allem Freude erleben kannst. Vielleicht kann ich Dir noch etwas Schönes für heute bereiten, indem ich Dir sage, dass ich sehr begeistert von Eurer Cd bin, besonders Deine eigenen Songs gefallen mir sehr. .. und ich bin schon total gespannt auf Euer neues Projekt… Nun also, fast unbekannterweise viele Grüße an Dich! Nadine

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