Es gibt so viele Möglichkeiten. Erstmal nen Kaffee.

Ich werde in diesem Jahr 35 Jahre alt. Genau halb so alt wie meine Mutter. EIGENTLICH habe ich überhaupt kein Problem mit diesem Alter. Genau genommen bin ich, was Alter angeht, ein sehr entspannter Mensch (ja, ich. Entspannt in diesem Punkt. Glaubt es.), ich kann es nicht ändern, nicht zurückdrehen, ich kann es nur genießen. Wären da nicht die immer öfter werdenden Gedanken, was ich in meinem Leben schon alles hätte machen wollen und was ich davon nicht getan habe. Einen täglichen Blogbeitrag zu schreiben zum Beispiel.

Ich habe einen neuen Blog gefunden, thepioneerwoman.com, in dem ich so herumgestöbert habe und da ist mir ein Beitrag aufgefallen, in dem es hieß, „blogge so oft wie möglich“. Am besten täglich. Nun schreibe ich wirklich häufig Blogbeiträge, ich veröffentliche sie aber nicht, weil sie mir beim zweiten Durchlesen dann doch zu unlesenswert oder zu persönlich oder zu uninteressant oder zu peinlich sind. Ja, ich bin ein schamhaftes Menschlein, man mag es kaum glauben, wenn man mich kennt- a pro pos: Ich durfte feststellen, dass mein Blog von kaum einem meiner Bekannten und von keinem meiner Familienmitglieder gelesen wird. Also kann ich hier quasi reinhauen, was das Zeug hält.

Im Zuge meiner zuweilen wiederkehrenden Selbstbeweihräucherung (selten, aber vorkommend) lese ich meine alten Beiträge ab und an durch. Da stieß mir dann neulich wieder der „Selbstvermarktungs“-beitrag sauer auf; es hat sich an dieser Front nichts weiter getan. Zuerst hatte ich ja wirklich genug gemacht, dann musste ich mich in meinen neuen Job einfriemeln, dann bin ich bockig geworden, weil sich trotz CI-Anfällen, massigem Geldverschleudere und großen Worten nichts ergeben hat und dachte- wenn ich nix kriege, OBWOHL ich mir den Arsch aufreisse, dann wird sich das auch nicht ändern, wenn ich nix tue. Den Blogbeitrag hierüber habe ich wieder gelöscht. Himmel, was war der negativ.Inzwischen bin ich wieder etwas froher gestimmt und überlege mir neue Strategien. Es gibt so viele Möglichkeiten. Also Bobbes auf den Stuhl pflanzen und nachdenken. Und Kaffee trinken.
Beim nochmaligen Durchlesen des eben Geschriebenen muss ich sagen, es ist mir mal wieder unangenehm. Aber ich wage das Experiment. Ich veröffentliche das.
Wie schafft man es sich selbst darzustellen, dass man interessant für potentielle Auftraggeber ist, ohne dass man rund um die Uhr mit sich selbst und seiner Außendarstellung beschäftigt sein muss und trotzdem noch so was wie ein „im Moment leben“ hinkriegt? Für Tipps bin ich dankbar. Im Gegenzug gäbe es leckeren Kaffee und das ein oder andere Stück Kuchen, das ich aus Frustabbau gebacken habe.

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