Dann mach doch mal! – Ja, und ihr mich auch!!!!

Nur kurz vorweg: Ich weiß, dass es unendlich vielen Menschen schlechter geht als mir und nicht wirklich vielen Menschen besser. Das ist mir im Moment aber ehrlich gesagt schietegal. Hier gehts um mich und nicht um mich in der Relation zu anderen, sondern nur um mich in meinem Um-mich-Universum. Das wird auch nicht diskutiert. Das ist jetzt, in diesem Beitrag, einfach mal so.

Ich bin mich selber gerade sowas von Leid. Ich bin jammerlappig, unentschlossen, unmotiviert, bräsig. Genervt, hungrig, faul, ein bissi traurig, antriebslos.

Kleinste Kleinigkeiten kosten mich Nerven, die ich gerade einfach nicht übrig habe. Ein kurzer Satz, der von einer Person dahingesagt wird, lässt mich die Grundfesten meiner Lebenseinstellung in Frage stellen.

Möchte ich das? NEIN. Formuliere ich das einer persönlich anwesenden Person oder einem Telefonpartner gegenüber, bekomme ich die Antwort „und was willst du dagegen machen?“. Dann äußere ich mich dazu, gequält, langatmig, fahrig, weil ich GENAU WEISS, was als Replik kommt. „Dann mach doch mal!“ Neinneinneini-nein!!!!!

Ich will nicht machen, ich will, dass mal jemand für mich macht, oder mich mal jemand in den Arm nimmt und mir über den Kopf streichelt, während ich „armes Hasi“ zu hören bekomme, und das ganz ohne Ironie. Ich will keinen Druck, vor allem nicht von außen, weil ich mir selbst schon so viel Druck mache, dass ich fast platze; wahrscheinlich ist diese ganze Antriebslosigkeit die Ruhe vor dem Sturm, Achtung, die Alte explodiert bald.

Ich kann ihn schon hören, den Chor der Erwachsenen, die mir sagen, dass das Leben einfach mal so ist, dass man sich zusammenreissen muss, dass man nicht einfach so im Tal der Jammerlappen versinken darf, weil man nicht allein auf dieser Welt ist, man muss auch mal die Hinterbacken zusammenkneifen- ICH WEISS!!!!! Aber ich will das nicht. Ich will jetzt, in diesem Moment, einfach stehenbleiben, durchatmen und weinen, weil es mir so schlecht geht. Aus keinem bestimmten Grund. Und nein, ich habe nicht „diese Tage im Monat“. Ich bin schlicht und ergreifend momentan nicht stark genug für mein eigenes Leben. Ich bin schwach, ich bin müde, ich will, dass eine Fee kommt und mir drei Wünsche erfüllt, und weil ich weiß, dass das ziemlich unwahrscheinlich ist, bin ich gleich nochmal hundert Mal trauriger. UND ICH HABE KEINEN GRUND DAZU!!!!! Menschen, die ihr Leben trotz aller Widrigkeiten erfolgreich in den Griff bekommen, machen mir Angst. Menschen, die mir sagen, dass es ihnen auch schlecht geht, machen mir ein richtig schlechtes Gewissen. Und ein bissi aggressiv- ich kann im Moment nicht hören, dass  außer mir auch noch andere Lebensleid haben, das minimiert mein eigenes Lebensleid sofort extrem. Weil es objektiv gesehen ja gerade nicht schlimm ist. Aber subjektiv gesehen- Hölle.

Ich würde gerade gern mal eben kurz aus meinem Leben aussteigen und es ohne mich weiterfahren lassen, damit ich im Irgendwo pausieren und Kraft tanken kann; aber meine Fahrkarte lässt leider keine Zwischenhalte zu. Ich kriegs nicht mal sauber hin poetisch traurig zu sein. Loser.

Was mich die ganze Zeit außerdem beschäftigt: So rein theoretisch, im Randbereich des Möglichen gibt es doch bestimmt den ein oder anderen, der auch so fühlt. Wie funktioniert der denn so im Alltag? Gibt es da ein Rezept gegen? Den ein oder anderen Kniff? Oder ist Klappe halten und den Schein des Normalen aufrechterhalten das einzige, was man tun kann? Und ich möchte jetzt keine Medikamente vorgeschlagen bekommen.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Das echte Leben

Eine Antwort zu “Dann mach doch mal! – Ja, und ihr mich auch!!!!

  1. iplayhamburg

    Weißt du, ich glaube, dass aushalten oder positiver gesagt akzeptieren die Lösung ist. Falls du in deinem Leben schon öfter erlebt hast, dass nichts mehr geht, dann hast du bestimmt auch bereits die Erfahrung gemacht, dass diese Phasen von Erschöpfung und Unmut von sich aus vorbei gehen. Manchmal gibt’s halt keinen benennbaren Grund, sondern eher so ein diffuses Gefühl des ausgepowert Seins oder den Eindruck, dass du gerade mehr gibst als empfängst … what so ever. Vielleicht ist es auch nur ein Signal deines Körpers, dass du eben gerade nicht „machen“sollst. Gib dem nach, zieh dich zurück, sei traurig, sammle Kraft für die nächste Runde!

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