Man spricht papa

Mein Vater ist mein Held. Ich bin seine über alles geliebte Tochter, für die er (fast) alles macht. Perfekt, oder?!
Er ist ein Tüftler und Erfinder und bastelt jedes Problem weg; bei uns gibt es nichts, was nicht wohl durchdacht und bestechend in seiner Logik funktioniert. Früher wäre er Erfinder von Beruf geworden.
Wir sind uns in vielen Dingen überaus ähnlich, so zum Beispiel im Vernuscheln und praxisnahen Zusammenziehen mehrerer Wörter; da ich mal Sprechunterricht hatte, ist das bei mir nicht mehr so ausgeprägt, aber ich bin diejenige in der Familie, die meinen Vater am besten versteht, wenn er redet. Weil ich auch so reden würde, hätte meine Berufswahl es mir erlaubt. Da mein Vater aber auch in seiner Sprachwahl äußerst praktisch veranlagt ist, verlassen seinen Mund ab und an Neuerungen der deutschen Sprache, die seinen Erfindungsreichtum und ebendiese praktische Veranlagung unterstreichen.
Ich sorge mit Freuden dafür, dass seine Wortschöpfungen in die Welt hinausgetragen und gern zu geflügelten Wörtern in meinem Bekanntenkreis werden. Beispiele:
Schnadapter – erklärt sich von selbst, man entferne gedanklich die ersten vier Buchstaben
Schmierwurschd – „ist mir egal“
Muppets – Muffins
Blockblöd – Blockflöte

Mein Vater denkt einfach gleichzeitig so weit voraus, dass die Sprache sich ab und an verselbstständigt. So weit die Erklärung. Abgesehen davon spricht er so fliessend Französisch, dass die Franzosen selbst ihn für einen der ihren halten (und er erzählt gern grinsend, dass er in der Schule eine Fünf in dem Fach hatte; hat er eben Mathe studiert).

Neulich jedoch hat er sich in seiner Praxisnähe selbst übertroffen:
Ich wollte wissen, wann meine Mutter und ich in Rom auf dem Flughafen landen- meine Mutter und ich machen Urlaub in Rom, nachdem wir zehn Jahre davon geredet haben, ich freu mir ein zweites Loch in den Arsch- und da er die Bestätigungsmail hat, begab es sich, dass folgender Dialog entstand (der Einfachheit halber sind bestimmte Worte in Lautschrift geschrieben):
Papa: „Also, ihr fliegt mir AirBerlin.“
Tochter: „Ich dachte, wir fliegen mit Germanwings?!“
Papa: „Was hab ich gesagt?“
Tochter: „AirBerlin.“
Papa: „Nein, Germanwings. Und ihr kommt 14.15 auf dem Fiumitschinano an.“
Tochter: „Fiumitschino, Papa.“
Papa: „Fiumitschinoni.“
Tochter: „Fiumitschino, Papa.“
Papa: „Fiumitschinona.“
Tochter: „Fiumitschino.“
Papa: „Fiumitschinini.“
Mutter von irgendwo aus dem Wohnzimmer brüllend: „FIUMITSCHINO!!!!!“
Papa: „In Rom. Ihr wisst ja, wo ihr seid.“
Mein Papa ist einfach total praktisch veranlagt.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Das Leben ist schön!

3 Antworten zu “Man spricht papa

  1. Ich hör den Dialog gerade vor mir (kann man das sagen??) :-DDD

  2. der schnadapter hats sogar bis auf ein Schiff geschafft!
    (als beschriftung für meine Schublade mit selbigen im FOH)

  3. Mimi

    Der Schnadapter….legendär…:-))))

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