Auf, auf, nach Rom! Oder?

Nach zehnjähriger „Davon-Sprecherei“ fahre ich nächste Woche nun endlich mit meiner Mutter nach Rom. Gut Ding, was lange währt und so, ihr wisst schon.
Die Vorgeschichte dazu ist folgende:
Ich habe „Illuminati“ von Dan Brown in einem Rutsch durchgelesen und wollte quasi sofort Rom besuchen; ich gab meiner Mutter das Buch zum Lesen (sie war letztes Jahrtausend Au-Pair-Mädchen in der Ewigen Stadt und schwärmt heute noch davon), sie gab es mir kurze Zeit später zurück und meinte, es sei ein gutes Buch, aber „das stimmt nicht, das stimmt nicht und das stimmt nicht“ (und wir reden hier von der Richtung einer Pfeilspitze und solchen Details).
Meine Antwort war: „Super, das zeigst du mir mal, wir fahren zusammen nach Rom!“ Die beste Mutter, die ich habe erwischen können, bejahte.
Jahrelang sprachen wir immer mal wieder davon, langsam, aber sicher wurden wir vom Umfeld belächelt, weil wir kein konkretes Datum vorzuweisen hatten, man glaubte nicht, dass die beiden Frauen jemals den Arsch hochkriegen würden- und letzten September, zwei Tage nach dem siebzigsten Geburtstag meiner Mutter, haben wir endlich Nägel mit Köpfen gemacht. Zack, bumm, Flug und Apartment gebucht- über den Dächern Roms, mit Dachterrasse- und nächste Woche gehts los.
Ich freue mich wie Sau, meine Mutter freut sich sogar auch, nachdem sie feststellen durfte, dass die Tochter sich um alles Organisatorische mit hysterischer Begeisterung kümmert, sowas wie Transfer vom und zum Flughafen, Apartment-Öffis-Verbindung; und dann hab ich außerdem das beste Muttertagsgeschenk EVER: Eintrittskarten für die Vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle. Tausend Tochterpunkte. At least.
Und DANN. DANN. DANN!!!! Die Piloten der Lufthansa beschließen zu streiken. Mit 48stündiger Vorankündigung. Man verstehe mich nicht falsch, Arbeitskampf oleole, Streik ist ein Mittel, das ich nicht grundsätzlich verteufle, ABER NACH ZEHN JAHREN HOFFEN, WÜNSCHEN UND BANGEN WILL ICH NÄCHSTE WOCHE NACH ROM!!!!
Nun gut. Wir müssen quasi nur den Montag ohne Vorankündigung überstehen. Aber mein Magen macht das nicht mit- er wird sauer. Ich tue zwar ganz entspannt, meine Mutter tut ganz entspannt, aber der saure Magen macht mir mehr und mehr Schwierigkeiten. Ich will ja niemanden belasten, vor allem nicht die vorfreudige Mutter, dennoch muss ich eben kurz mal daheim anrufen und sagen, dass ich nen sauren Magen habe. Mama bemitleidet mich und erwähnt so nebenher, dass sie mit meinem Dad besprochen hat, wenn die Piloten streiken, dann fährt er uns eben nach München und wir fahren mit dem Zug nach Rom. Habe ich schonmal erwähnt, dass ich die beste Mutter habe, die ich habe erwischen können?! Die Frau, die gern mitkommt, wenn sie so wenig wie möglich organisieren muss, organisiert unsere Anfahrt. Der beste Vater, den ich habe erwischen können, fährt uns dann einfach mal nach München. Und der saure Magen verschwindet, wird ein wohligwarmer Magen. ROM, WIR KOMMEN! Egal, wie, Judith et Mamma ante portas. Aleae iactae sunt. Ich kann kein Italienisch. Aber bald.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Das echte Leben, Das Leben ist schön!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s