Archiv der Kategorie: Das Einhornpups- und Glitzerleben

Pension Schönes Neukölln

Auch wenn ich schon viiiel mehr gemacht habe, aber hier ist er, der erste Termin, den man sich vormerken sollte:

 

7. Februar 2013 in der alten Feuerwache in Berlin – F´hain

Premiere von „Pension Schönes Neukölln“, der Theatersoap, mit mir als Stefanie, Hannah, Uschi, Schwein, Vögelchen und als Sonne (bisher, man weiß nie, was noch dazu kommt)

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Starleben und andere Kleinigkeiten

Pfingsten war No(n)nsenszeit. Vier unglaublich gute Vorstellungen hintereinander, am Montagabend haben wir eine der besten Vorstellungen hingelegt, die wir je gespielt haben. Das Publikum war begeistert, ich hab nach der Vorstellung vor lauter Komplimenten garnicht mehr gewusst, wohin mit dem Grinsen in meinem Gesicht. Es war toll, wir haben uns (fast?) alle gefühlt wie Showstars, sogar der Scheffe hat sich zu mehr als netten Worten hinreissen lassen. Wenn man ein Stück über längere Zeit spielt und dann wieder so ein extremes Highlight kommt, ist das verdammt gut für die Motivation, weil man bemerkt, dass die Routine doch keine wirkliche ist. Super. Ich war so gepusht, dass ich sehr lange nicht einschlafen konnte und mich im Bett liegend einfach weiter gefreut habe. Es war richtiggehend Seelenstreicheln. Toll, wenn man solche Feedbacks bekommt wie "du spielst deine Rolle so durchgehend rund und stimmig, ich hab mich jedes Mal gefreut, wenn du auf die Bühne gekommen bist". Es gab Szenenapplaus an Stellen, die sonst eher lediglich registriert werden, wir konnten manchmal nicht weitermachen, weil das Lachen im Publikum so laut war, einfach großartig.

Jetzt ist ein neuer Tag angebrochen. Meine Wohnung sieht aus wie nach nem Bombenangriff, die Wollmäuse sind den Katzen zahlenmäßig mannigfaltig überlegen und der Staub, der überall liegt, lässt darauf schließen, dass es Zeit wird dieses uralte Terrain von Archäologen vorsichtig erkunden zu lassen. Der Applaus in meinem Ohr endet aprupt. Den Dreck interessiert es nicht, wie großartig ich eine Amnesie darstellen kann. Willkommen zurück im wirklichen Leben. Ich werde beim Putzen singen. Irgendwelche Wünsche, was ich vortragen soll, die Nachbarn?

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Wir brauchen neue Männer!!!

Nein, das soll jetzt kein feministisches Manifest werden; es handelt sich hierbei um ein theatralisches Problem.
Ich spiele ja seit einem Jahr Kindertheater, nicht an einem Haus, sondern „Theater aus dem Koffer“; wir fahren zu Kitas hin und machen dort Mitmachtheater. Vor kurzem ist einer unserer Meister Töne ins Ausland gezogen, weshalb ein Nachfolger gesucht wird. Besser mehr, es gibt nämlich inzwischen drei verschiedene Stücke, die ziemlich erfolgreich laufen.
Nachdem die Castings nicht sehr ergebnisreich verlaufen sind, habe ich mir gedacht, ich als spielender Teil des Theaters mache hier mal sowas wie Werbung, vielleicht ist der eine oder andere Berliner dabei, der sich vorstellen könnte mit uns die Kinder zu beglücken.
So. Wie anfangen? Wer sich als ernstzunehmenden Darsteller sieht, wird sich wahrscheinlich denken, dass Kindertheater und besonders diese Form, wo man nicht auf einer Bühne steht und eher als „Spaßhansel“ für Dreijährige dient, keine Herausforderung sei und ganz bestimmt nicht der professionellen Weiterentwicklung diene. Doch halt! Weit gefehlt!
Durch die Interaktion mit den Kindern entwickelt man (also nicht nur ich, sondern jeder meiner Kollegen, haben Erfahrungsberichte bewiesen), also, dadurch entwickelt man ein wirklich gutes Gespür für sein Publikum, das man ohne weiteres auf andere Theaterprojekte übertragen kann. Der erwachsene Zuschauer an sich ist „zu anständig“, um sein Missfallen oder seine Langeweile dermaßen direkt kundzutun wie ein Kind. Ich habe also beim Spielen ständig die Chance auszutüfteln, wie ich das Interesse (wieder) wecken kann und was funktioniert und was nicht.
Dann entwickeln wir eine Spontanität beim Spielen, weil wir jederzeit auf die Kinder einzugehen haben und auch mal aus unserem geübten Spiel quasi aussteigen müssen, um Situationen zu meistern, die wir so noch nie auf einer Bühne hatten.
Das mag jetzt auf den ersten Blick nicht für jeden interessant sein, doch hat sicherlich jeder von uns schon mal auf der Bühne gestanden und erlebt, dass da eine Schwingung im Saal war, die Desinteresse oder gar Langeweile vom Zuschauerraum auf die Bühne transportiert hat- ich habe durch meine „Liedfee“-Auftritte gelernt das erstens sehr viel besser einzuschätzen und zweitens habe ich mir dadurch die Fähigkeit erworben allein durch zielgerichteten Einsatz meiner spielerischen Energie das Publikum wieder zu „kriegen“. Lernste an keiner Schule, lernste im Kindertheaterleben. Ich kann es nicht besser in Worte fassen, aber das ist etwas, das ich nie mehr missen möchte.
Durch die Auftritte vor den Kindern habe ich mir nach längerer Spielabstinenz auch wieder eine Routine angeeignet, die mich bei Vorsprechen und Castings wieder sehr viel ruhiger werden ließ. Ist ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Punkt. Und man hat wieder was auf dem Lebenslauf stehen.
Ich kenne die Ansicht einiger meiner Kollegen, dass Kindertheater am untersten Rand der Akzeptanz steht, weil die Kleinen so leicht zu befriedigen sind. Das sind gern die Kollegen, die das noch nie gemacht haben.
Kinder sind das härteste und ehrlichste Publikum, das wir je haben werden.
Die sind da und freuen sich auf uns, aber wehe, wenn wir ihnen zeigen, dass wir keine Lust haben oder nicht ehrlich sind, dann werden wir abgestraft. Ich muss nie so im Moment leben wie vor Kindern. Eine unglaublich gute Schule.
So. Wer jetzt als Mann diesen Artikel gelesen hat, in Berlin lebt und Lust bekommen hat mit mir und anderen netten Damen vor Zwergen aufzutreten, der melde sich bitte bei mir, ich werde die Kontaktdaten erfreut weiter leiten (oder er googelt das Theater, wenn er möchte 🙂 ).

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